Blow Shop - die Kritiken

 

Kölner Stadt-Anzeiger, 13.11.2006 (zum Auftritt bei den Leverkusener Jazztagen):

Bigbands ganz groß

Der Sensenhammer platzte aus allen Nähten. Akustisch und stimmungsmäßig. Dass der geballte Groove nicht die alten Maschinen von selbst wieder zum Laufen brachte, war fast ein Wunder. - Offensichtlich arbeitet auch die Bigband-Szene in Netzwerken. Man kennt sich, man ist nicht nur Konkurrenz, man kooperiert. So kam auch dieser Abend zustande. Die Amateure der Musikschulen Leverkusen und Frechen planten einen gemeinsamen Gig, gewannen die Bayer-Profis dazu, und schon fanden sie sich im Programm der Jazztage. Oder so ähnlich.

Die drei unterschiedlichen Bands zeichnet eines gemeinsam aus: Sie werden von besessenen „Big-Bandits“ geleitet. Johannes Lemke macht das beim Leverkusener „Blowshop“, Paul Pesch bei der MSF-Bigband und Jörg Kaufmann bei Bayer. Ihre Kompetenz ist so groß wie ihre Begeisterung. Was Lemke und Pesch mit ihren Klangkörpern aus Schülern und Ehemaligen auf die Beine und die Bühne stellen, ist erstaunlich - und erfreulich. Mochte auch das Programm unterschiedliche Präferenzen zeigen, in der Umsetzung der Arrangements sind die Bands vergleichbar: harmonisch furchtlos, markante Bläsersätze aus einem Guss, eine unglaubliche Rhythmusdisziplin mit untrüglichem Instinkt für alles, was treibt und swingt - Grundvoraussetzung für alles andere.

„Blowshop“ erwies dem klassischen Bigband-Sound alle Ehre, rein instrumental, wie als Begleitband für Sinatra-Songs. Dabei zeigte sich Christopher Klassen als ernsthafte Stimmkonkurrenz für den Entertainer Uli Wewelsiep. Eine komplexe und komplizierte Auftragskomposition von Paul Terse, Klavierlehrer in Leverkusen, stellte die Frage, wohin die Bigband-Literatur gehen kann: vorzüglich interpretiert, Antwort offen. Die Frechener entschieden sich für den Süden und die Westküste der USA. Eine gute Entscheidung, die rundherum großen Spaß bereitete. [...]

(Quelle: http://www.leverkusener-anzeiger.ksta.de/html/artikel/1162473023547.shtml)

 

Kölner Stadt-Anzeiger, 05.11.2005 (zum Auftritt bei den Leverkusener Jazztagen):

[...] Die Atmosphäre ist entspannt, gut gelaunt und in der Pause erhalten die Zuspruch, die die Aufmerksamkeit wirklich verdient haben: Die Blowshop-Bigband, der Jazznachwuchs der Leverkusener Musikschule, machte im Agamsaal feine Musik.[...]

(Quelle: http://www.ksta.de/html/artikel/1131048400607.shtml)

 

Kölner Stadt-Anzeiger, 25.05.04:

"Gipfeltreffen zweier Jazz-Alt-Stars"

Die erste Leverkusener Big-Band-Nacht führte den Trompeten Willie Thomas und den Posaunisten Bobby Lamb zusammen.
Zu einem ebenso seltenen wie interessanten Zusammentreffen zweier Jazz-Altstars kam es am Freitagabend im großen Saal der Musikschule im Rahmen der ersteb Leverkusener Big-Band-Nacht. Schulleiter und Organisator Jürgen Ohrem ist es gelungen, den Trompeter Willie Thomas und den Posaunisten Bobby Lamb wieder auf dieselbe Bühne zu bringen. Die beiden Virtuosen musizierten bereits in den 50er Jahren gemeinsam in der Band des legendären Woody Herman und sind - wenn auch nicht zusammen - auf der 58er-Veröffentlichung „Herman's Heat & Puente's Beat“ und den Alben „Live feat. Bill Harris Vol. 1 & 2“ von 1957 zu hören. Dabei war es für das für Jazz-Fans sicherlich bemerkenswerte Ereignis ohne Bedeutung, dass Bobby Lamb selbst nicht zum Instrument griff, sondern als Dirigent der als Headliner auftretenden Londoner Trinity-College-Big-Band zum Takstock griff.

Spenden erwünscht

Den Auftakt des mit rund 200 Zuhörern sehr gut besuchten Konzerts, dessen Protagonisten allesamt ohne Gage auftraten und lediglich Spenden für den Förderverein der Musikschule erbeten wurden, gestaltete „Blow Shop“, die hauseigene Big Band unter Leitung von Johannes Lemke. Die 15-köpfige Leverkusener Formation, zeitweilig verstärkt durch den hervorragenden Sänger Christopher Klassen, begeisterte mit modernen Interpretationen anspruchsvoller Soul-, Funk-, Swing- und Jazzrock-Kompositionen. Jürgen Ohrem hob lobend hervor, dass es sich bei dem vor allem durch Trompeten, Saxophone und Posaunen dominierten und durch Bass, Klavier, Gitarre und Schlagzeug komplettierten Orchester ausschließlich um Amateure handelt, die in Präsentation und Spielfertigkeit indes kaum einen Unterschied zu Profis erkennen ließen. Lediglich für den schwer erkrankten Drummer Kolja Bauer war kurzfristig Heinz-Reiner Schiefer, etatmäßiger Schlagwerker der Bayer-Big-Band, eingesprungen.

Gleichfalls überzeugend geriet unter der Leitung von Oliver Grönewald die Darbietung der angehenden Profis der Musikhochschule Detmold mit Stücken von Francy Boland, Peter Herbolzheimer und Thad Jones. Als Höhepunkt des Abends darf der Auftritt der Trinity-College-Big-Band gewertet werden, die zusätzlich fünf wohlklingende Hörner aufbot, sich aber auch einmal in atonale Bereiche vorwagte.

Willie Thomas, der als Workshop-Dozent in Leverkusen und Detmold tätig war, ließ es sich nicht nehmen, mit beiden Formationen zu jammen. Und als der mit lustigem Hut und beiger Freizeithose auffällig das durchgängige Schwarz der Eleven kontrastierende 73-jährige US-Star schließlich auch die Londoner mit seiner überragenden Anblastechnik zu einem furiosen Trompetenduell herausforderte, dürfte manchem der jungen Musiker der kleine, aber feine Unterschied zwischen angestrengtem Notenlesen und lässiger Spielfreude klar geworden sein."

am selben Tag in der Rheinischen Post:

"... Eine Mischung aus Funk, Fuusion, Rock und altem Swing mit Willie Thomas packte die Musikschul-Big-Band in den ersten Teil des dreistündigen Konzertes zu fortgeschrittener Stunde, eine Zeit, die sich als neue Veranstaltzungsform bewährt hat.
Ein erstaunliches Niveau hat die Gruppe unter Johannes Lemke erlangt - und das ohne jegliche professionelle Aushilfe ... "

 

 

Weitere Kritiken (in Auszügen):

"... Die Rhythmusgruppe hält sicher, der Bass wärmt und treibt, die Bläser leisten Erstaunliches, im Satz, wie als Solisten. Wer sie im Computer von Bob Mintzer gehört hat, kann verstehen, warum Johannes Lemke seine Truppe von Big Bang in Blow Shop umgetauft hat. ..."

Kölner Stadt-Anzeiger, 21.09.1999
 
"... Sicher und sehr gut aufeinander eingespielt bot Blow Shop nicht nur jazzige Vielfalt. Der Bogen reichte auch von funkig-grooviger Moderne über lustvoll gespielte Ohrwürmer wie Pink Panther und poppige Klassiker wie "Fantasy" von Earth, Wind and Fire bis hin zu energisch vorgetragenen, tanzbaren latein-amerikanischen Rhythmen und einem mit Spannung und Witz dargebotenem Spinning Wheel. ... " Kölner Stadt-Anzeiger, Mai 2001
 
Review topos-Konzert
Kölner Stadt-Anzeiger, Januar 2001